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Synchrotron

Inhuman

Andy Monte

Synchrotron ist ein Science- Fiction Roman, der an dem Glauben an die Wissenschaft rüttelt und diesen erschüttert. Die grundlegende Handlung, die nicht all zu weit von der Wirklichkeit und wahren Hintergründen abweicht, konzentriert sich in gewisser Hinsicht auf den Faktor, der alle guten Absichten der Menschen zunichte machen kann... das ist der Mensch selbst.


Klappentext:


Forschung und Fortschritt sind für die heutige Zivilisation sehr wichtig. So sieht das auch der ehrgeizige Wissenschaftler Henry Mathew. Er entwickelt eine Möglichkeit, um das nahende Energieproblem der Menschen zu lösen. Mathew arbeitet für "Sync Inc." an dem Nova-Projekt - einem Teilchenbeschleuniger. Seine Vorgesetzten drängen auf den Start eines gewagten Experiments - auf Druck des Militärs, das die Anlage für seine Zwecke missbrauchen will. Um den unvorbereiteten Start und damit eine Katastrophe zu verhindern, entwendet Henry eine für den Start notwendige Komponente der Maschine - dass dieser "Schlüssel" aber auch benötigt wird, um das Synchrotron wieder abzuschalten, bedenkt er nicht. Während er mit seinen Freunden einen feucht-fröhlichen Abend verbringt, nimmt das Unheil seinen Lauf und das Ende der Welt scheint unabwendbar. Henry begibt sich mit seinen Freunden auf eine Odyssee durch Trümmer und Ruinen...


Zum Buch:


ISBN: 978-3-939698-66-1
Paperback
200 Seiten
Format: 14,8 X 21 Cm

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Asaro Verlag - Vielfalt und Unterhaltung ist unser Programm.


Seit 1999 hat sich der Asaro Verlag diesem Motto verschrieben - mit Liebe zur Literatur, Offenheit gegenüber den Ideen leidenschaftlich Schreibender, und der Suche Lesender nach frischem Wind im Bücherdschungel.

Jährlich erscheinen rund 20 - 30 neue Titel deutschsprachiger Autoren in den Bereichen Belletristik, Esoterik, Lyrik, Fantasy, Horror und Science-Fiction, aber auch experimentelle Prosa hat ihren Platz im Programm gefunden.

Vor allem Erstlingsautoren wird die Möglichkeit gegeben, ihr Werk einer breiten Leserschaft vorzustellen. Nicht immer liegt dabei der Schwerpunkt auf bedingungsloser Marktfähigkeit - nicht Mainstream ist das Ziel des Verlages, sondern das Ungewöhnliche. Zur Unternehmensphilosophie gehört es, dass nicht das Altbekannte den Leser reizt, sondern Neues.



Leseprobe:


Jetzt war es nicht nur zu spüren sondern auch zu hören: ein sehr tiefer Ton, der in den Ohren schmerzte. Das Gezeter der Menschen in den nach Süden führenden Straßen wuchs rasch zu einem Schrei an, eine Panik. Henry vernahm ein leises Knirschen, als würde man zwei Steine aneinanderreiben. Er versuchte zu orten, woher es kam, bis er nach unten sah. Zwischen seinen Füßen bildete sich ein winziger Riss im Asphalt. Er wanderte langsam vorwärts und wurde länger. »Was geht hier vor?«, sprach Henry zu sich selbst.

Einige der Menschen in den Längsstraßen wichen jetzt auch in die Querstraßen aus, als gäbe es das Summen hier nicht. Dann folgte ein heftiger Stoß. Henry glaubte, er wurde angefahren, als er zu Boden fiel. Ein gewaltig klingendes Krachen wies auf etwas anderes hin. Der Asphalt um den winzigen Riss stauchte sich nach oben auf und barst dann. Asphaltbrocken schossen wie Gewehrfeuer nach oben. Einige der Menschen, die in dieser Straße waren, fielen schreiend zu Boden.

Henry sah zu Tim hinüber, der lag ebenfalls auf dem Boden. Neben ihm der Riss, der sich inzwischen zu einem Spalt ausdehnte. Henry sah in die Längsstraße zu dem Menschenstrom. Die Leute dort spielten verrückt, einige waren mit den Füßen in dem Spalt stecken geblieben. Andere ließen alles fallen, was sie hatten und rannten scheinbar planlos durch die Gegend. Ein Geländewagen raste die Straße hinunter. Die Leute, die dort standen, wurden einfach überrollt. Noch ein Stoß, heftiger als der erste. Ein starker vertikaler Stoß, als würde etwas die gesamte Region nach oben heben und dann schnell abfallen lassen. Der Spalt bröckelte und wurde größer. Dann bebte die Erde, nicht mehr in Stößen sondern in heftigen horizontalen Schwingungen. Es ging so schnell hin und her, Henry rutschte auf der Straße wie ein Sandkorn in einem Schüttelsieb. Trümmer von den Häusern stürzten hinab und landeten donnernd auf der Straße. Niemand konnte sich auf den Beinen halten, alle fielen. Alles fiel. Der Spalt breitete sich nun schnell und fächerförmig aus. Alles geschah jetzt unheimlich schnell.

Risse bildeten sich in den umliegenden Häusern. Die Scheiben in den Hochhäusern sprangen wie durch eine Explosion heraus und ließen Glassplitter auf die großen Avenuen regnen. Der Sears Tower, den Henry eben noch betrachtet hatte, hatte nun eine gefährlich anmutende Schräglage. Ein ohnehin schon älteres Gebäude, das Henry gerade genau im Blickfeld hatte, erlag den Erschütterungen und kippte quer über die Straße, genauso wie der Sears Tower kippte. Von irgendwo ertönte ein heftiger Knall, eine Explosion. Das Haus krachte auf die Straße, über den Spalt und löste sich in einer riesigen Staubwolke auf. Gesteinssplitter wurden Henry entgegengeschleudert. Das Beben war so laut, dass das Summen fast gar nicht mehr auffiel, man spürte es nur noch im Brustkorb. Henry hatte sich zusammengerollt und den Kopf zwischen die Knie geschoben, dann war es still.

Er hob den Kopf, konnte aber nichts sehen, der Staub legte sich nur langsam. Er konnte zwar nichts sehen, aber genug hören. Er hörte Schreie, von überall, aus allen Richtungen Jammern. Durch den Staubschleier tanzte orangefarbenes Licht, irgendwo brannte Feuer. Ihm war unwohl, wie nach einer Achterbahnfahrt. Dann besann er sich wieder.»Tim?« Henry stand auf und der Staub legte sich. »Tim, wo bist du?« Seine Rufe gingen völlig unter inmitten eines lärmenden Ozeans aus Menschenschreien. Als der Staub sich gesenkt hatte, wollte Henry zu Tim hinüberlaufen. Aber da wo Tim gelegen hatte, waren nur noch die Trümmer des eingestürzten Hauses.»Nein!«, flüsterte Henry und in seinen Augen standen die Tränen.»Nein!«, rief er laut. »Bitte nicht.« Die Tränen hinterließen helle Streifen auf seinem verstaubten Gesicht. »Tim?« Henry lief schnell zu dem Trümmerhaufen und versuchte einige Brocken beiseitezuräumen. Es gelang ihm aber nicht, sie waren zu schwer. Er drehte sich um und sank mit dem Rücken zu dem Schutthaufen zu Boden. Er saß da, stützte seine verschränkten Arme auf die Knie und darauf den Kopf. Tim war verschüttet worden, einer seiner Freunde, mit denen er so viel erlebt hatte. Tim, der immer der Erste mit dem Bier in der Hand war. Tim, der Henry und Ryder oftmals mit gestellter Dummheit zur Weißglut getrieben hatte und Tim, der immer da war, wenn man Hilfe brauchte. Jetzt gab es nur noch zwei von vier Freunden, die seine Kindheit geteilt hatten. Er schaltete seine Gedanken ab und hörte nur noch das Knistern von Feuer, das Geschrei von Hunderten Menschen, Hilferufe. Er meinte auch Wasser zu hören, wahrscheinlich ein kaputter Hydrant. Was er nicht mehr hörte, waren Motorenlärm und das Hupkonzert, dies bestätigte die Katastrophe, denn das war ungewöhnlich in der Großstadt.

Er spürte wieder, wie das Summen in der Lunge war, ein Vibrieren, das einem das Atmen erschwerte. Da war ihm klar, dass das Experiment doch geglückt war, nur in einem viel zu großen Maßstab, die Öffentlichkeit sollte nicht betroffen sein. Wenn das noch schlimmer wurde - und das würde es - wären die Tage der Menschen hier gezählt. Dann dachte er an Ryder und Natalie, vielleicht waren sie noch am Leben? Er stand auf, neu entschlossen, trauernd um seinen Freund. Aber wenn es nur die kleinste Möglichkeit gab, dass Ryder und Natalie noch am Leben waren, dann musste er dafür sorgen, dass es auch so bleibt. Er musste verhindern, dass die Lage sich verschlimmerte, noch mehr als zuvor. Er wollte nicht noch den letzten seiner engsten Vertrauten verlieren. Tim und Trevor waren jetzt wieder zusammen, Ryder war noch da, so hoffte er. Die Leute, denen er mehr vertraute als seinen eigenen Eltern.



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